92 Knöllchen, Platz sechs

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Von JOCHEN SCHNEIDER

Kassel.  Das Falschparken ist ein Kavaliersdelikt, die Straftat der Rechtschaffenden. Laut einer Statistik des Zeit-Magazins gehört Kassel also zu den Hauptstädten für Gentleman und ansonsten Gesetzestreue.    Denn die Nordhessen-Metropolen ist weit vorn in der Knöllchen-Bundesliga.

Platz sechs von bundesweit über 80 Großstädten mit über 100.000 Einwohnern, 92 Knölchen für Falschparken pro 100 gemeldeter PKW im ersten Halbjahr 2009 – damit lässt die documenta-Stadt Oberzentren wie Berlin, München,  Hamburg hinter sich. In 82.694 Fällen wurde ein Verwarnungsgeld im ruhenden Verkehr erhoben. Dadurch  flossen der Verwaltung 603.716 Euro zu.

Liegt das durchschnittlich hohe Aufkommen nun am besonders harten Vorgehen des örtlichen Ordnungsamts oder sind die Kasseler besonders leichtsinnig, wenn es um Parken in Verbotszonen geht? Das kann auch Axel Heiser nicht beantworten.
Herr über die Knöllchen:  Kassels Ordnungsamtsleiter Axel Heiser. Der Ordnungsamtsleiter hat aber eine Meinung dazu, was die Kontrollen bringen:  „Die Verkehrsüberwachung schafft freie Parkplätze für die Autofahrer, reduziert Lärm und Abgase durch zügiges Auffinden von Parklücken zum Wohle der Stadtbewohner und -besucher und ermöglicht den Geschäftsleuten ständige Kundenströme in der Innenstadt.“ Die über 600.000 Euro im ersten Halbjahr 2009 sind kein Reingewinn.

Die Verkehrsüberwachung verursache Personalkosten, Mieten für Räume (Leitstelle, Umkleideräume, Sozialraum, Toiletten), Fahrzeuge für entferntere Stadtteile, Uniformen, Datenerfassung und -verarbeitung. Wie hoch die Gewinnspanne ist, auch das entzieht sich der Kenntnis Heisers. Er sagt: „Das ist aber auch nicht unser zentraler Auftrag.“ Sondern: Verfolgungsdruck sorge dafür, dass Parkplätze nach Ablauf der Parkzeit wieder frei werden.

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1 Kommentar

  1. Kassel muss erst einmal die tausenden Euros Falschparkstrafe aus den Parkautomaten wieder einholen, die durch schlampige Dienstaufsicht von Dieben ergaunert wurden.
    Desshalb, zieht die Zügel an, statt die Verantwortlichen zu bestrafen.

    Antworten